Ausstellung


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Prof. Dr. Kovats Ferenc junior (1913 – 1997)

Kovats Ferenc wurde 1913 in Radnot/Ungarn geboren. Sein Vater war dort damals Hausarzt und wurde später in Budapest leitender Professor der ersten ungarischen Lungenuniversitätsklinik.

Geprägt vom Beruf seines Vaters absolvierte er sein Medizinstudium in Szeged/Ungarn. Es folgten jahrelange Stipendien in Hautville (1937) bei Professor Dumerest und in Rom (1939) bei den Professoren Morelli und Monaldi im Forlanini Institut. 1943 arbeitete er in Leysin/Schweiz bei Professor Jeanerett und von 1947 – 1948 in Davos bei Professor Maurer, mit denen er gemeinsam mehrere wissenschaftliche Arbeiten veröffentlichte.
1947 wurde er bereits schon mit 34 Jahren Privatdozent im St. Josef-Krankenhaus in Budapest.

Von 1951 bis zu seiner Pensionierung 1980 leitete er als Chefarzt das pulmologische Institut „Koranyi“ in Budapest.. Während diesen 30 Jahren veröffentlichte er 42 wis-senschaftliche Arbeiten in 5 Sprachen.
Zwischen 1953 – 1963 hat sein in 6 Sprachen, sowohl bei ungarischen wie auch bei ausländischen Verlagen, veröffentlichte Buch „Die Röntgen-Anatomie der Lunge“ 10 Auflagen erreicht. Dafür wurde er mit der größten ungarischen humanistischen Auszeichnung, dem „Kossuth-Orden“, geehrt.

Internationale Anerkennung bekam er nicht zuletzt mit seinen Vorträgen, mit denen er u.a. nach Basel, Strasbourg, Den Haag, Mailand, Liege, Paris, Rom, San Diego, Wien, Cannes, Boston und Sardinien eingeladen wurde.

Mit seinen wissenschaftlichen Arbeiten hat er weit die ära der Computertomogra-phie überholt. Sein Ziel war die 3-dimensionale Darstellung der Lunge. Die Formveränderung des Thorax bei der Atmung hat er mit Photogrammetrie gemessen, die Daten geordnet und hat so aus Holzwürfeln einen menschlichen Thorax, wie man es heute be-zeichnen würde – ein „digitalisiertes Modell“ – gefertigt. Diesen Torso würde man heute als „virtuelle Realität“ bezeichnen.

Er war ein Humanist, ein Renaissance-Mensch, voll mit Optimismus. Er glaubte, dass Heilen die Quelle der Freude in der Arbeit ist. Er sah die Schönheit und hat sie uns mit seinen Grafiken, Kupferstichen, Holzschnitten und anderen Arbeiten sehen lassen.

„Diese Arbeiten sind für mich die Nebenprodukte meiner wissenschaftlichen Arbeit. Vielleicht kann ich damit ausdrücken, was die Schönheit, die ich während meiner Forschung entdeckt habe, für mich bedeutet.“
Dr. Kovats Ferenc junior

Bilderausstellung von Prof. Dr. Ferenc Kovacs (1913-1997)